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    Eine Initiative der Versicherungswirtschaft

    Bundesfachgruppe Versicherungen

    Eine Branche macht Bildung

    Anrechnungsregeln: Branchenstandard zur Umsetzung der gesetzlichen Weiterbildungs verpflichtung und der Initiative gut beraten

    Regelmäßige Weiterbildung der vertrieblich Tätigen in der Versicherungswirtschaft

  • Anrechnungsregeln: Branchenstandard zur Umsetzung der gesetzlichen Weiterbildungs verpflichtung und der Initiative gut beraten

    Regelmäßige Weiterbildung der vertrieblich Tätigen in der Versicherungswirtschaft

  • Gesetzliche Weiterbildungsvorgaben und freiwilliger Branchenstandard

    Mit der Umsetzung der EU-Vertriebsrichtlinie aus dem Jahr 2016 in deutsches Recht gibt es seit Februar 2018 für alle in der Versicherungs- wirtschaft vertrieblich Tätigen die gesetzliche Verpflichtung, sich mindestens in einem Umfang von 15 Stunden im Kalenderjahr weiterzubilden.

    Bereits 2014 haben die Verbände der Versiche- rungswirtschaft die freiwillige Brancheninitia­ tive gut beraten – Weiterbildung im Versiche- rungsvertrieb lanciert. Danach sollen sich alle Versicherungsvermittler regelmäßig in einem Umfang von mindestens 30 Stunden im Jahr (bzw. 150 Stunden in 5 Jahren) weiterbilden. Der Nachweis der Weiterbildung erfolgt seither überbetrieblich nach einem gemeinsamen Standard – den „Anrechnungsregeln“ – über die Bildungskonten der Initiative gut beraten. Die Verbände der Versicherungswirtschaft haben mit ihrer freiwilligen Initiative starke Impulse für die Weiterbildung der Vermittler gesetzt: die Wahrnehmung der Bedeutung von Weiterbildung für die persönliche berufliche Entwicklung ist gestiegen, gleichermaßen die Qualität der Weiterbildungsangebote. Darüber hinaus ist es gelungen, das geleistete Maß an Weiterbildung der Vermittlerschaft in einer transparenten, für Dritte nachvollziehbaren Form, insgesamt aufzuzeigen.

    Mit der gesetzlichen Regelung kommt der Brancheninitiative gut beraten in Zukunft eine weitere Aufgabe zu, nämlich die Abbildung der gesetzlichen Anforderungen einerseits zu leisten, und zum anderen weiterhin die Motivation für eine am persönlichen Bedarf ausgerichtete Weiterbildung aufrecht zu erhalten und damit den erhobenen Branchenanspruch zu verfolgen.

    Mit der Einführung der gesetzlichen Weiterbil- dungspflicht steht gut beraten allen vertrieblich Tätigen als Instrument zum Nachweis ihrer Weiterbildung zur Verfügung. Die Bildungskonten von gut beraten weisen sowohl das Erreichen der gesetzlich geforderten Weiterbildung nach wie auch das Erreichen des freiwilligen Branchenstan- dards. Hierfür steht allen vertrieblich Tätigen eine einheitliche, überbetriebliche Weiterbildungs­ datenbank für die regelmäßige Weiterbildung zur Verfügung.

    Die Initiative gut beraten entwickelt mit diesen Anrechnungsregeln einen Standard, der die vom Gesetzgeber gelassenen Spielräume im Sinne des Gesetzes und des Verbraucherschutzes ausgestaltet. Der Standard berücksichtigt die Weiterbildungsbedarfe der vertrieblich Tätigen sowie die Etablierung zeitgemäßer Lehr- und Lernformen. Die Versicherungswirtschaft verfolgt damit das Ziel, einen bundesweit einheitlichen Standard bei der Überprüfung der Weiterbil- dungspflicht durch die zuständigen Stellen – den Industrie- und Handelskammern sowie der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) – zu hinterlegen.

    Diese Anrechnungsregeln füllen die gesetzlichen Vorgaben im Detail aus. Sie gelten grundsätzlich für alle Personengruppen vertrieblich Tätiger gleichermaßen: selbständige Versicherungsver- mittler, Angestellte im Innen- und Außendienst von Versicherungsunternehmen oder Vermittler- betrieben (zu den Zielgruppen vgl. Kapitel 1.2).

    Zustandekommen dieser Regeln und Transparenz

    Die Regeln zur Anrechnung von Bildungsmaß- nahmen wurden von Experten der Aus- und Weiterbildung aus den Mitgliedsunternehmen und -verbänden des BWV Bildungsverbands sowie den Gremien der Initiative gut beraten zusammengestellt.

    Die Anrechnungsregeln werden vom BWV Bildungsverband breit in der Branche kommuni- ziert; sie sind öffentlich bekannt gegeben und können von Unternehmen, vertrieblich Tätigen, Anbietern von Bildungsmaßnahmen, Kunden, Verbraucherschutzorganisationen, Presse – also allen interessierten Gruppen und der interessier- ten Öffentlichkeit – eingesehen werden. Überar- beitete Auflagen werden jeweils öffentlich bekannt gemacht.

    Vorbemerkungen

    3

  • 1 Die gesetzlichen Anforderungen an die Weiterbildung im Versicherungsvertrieb 7

    1.1 Die gesetzlichen Grundlagen 7

    1.2 Die Zielgruppen 7

    1.3 Zur Unterscheidung von Erstqualifikation bzw. Sachkunde und Weiterbildung 9

    1.4 Der Umfang der Weiterbildung 9

    1.5 Die Formen der Weiterbildung 10

    1.6 Das Nachweisverfahren 10

    1.7 Anforderungen an den Inhalt von Weiterbildung 11

    1.8 Gesetzliche Anforderungen an die Qualität von Bildungsmaßnahmen 12

    2 Ausgestaltung der gesetzlichen Anforderungen 15

    2.1 Die zeitliche Zuordnung von Bildungsmaßnahmen zum Kalenderjahr 15

    2.2 Die anrechenbaren Formen der Weiterbildung 15

    2.3 Anforderungen an die Qualität der Weiterbildung 16

    2.3.1 Die Planung 16

    2.3.2 Die systematische Organisation 17

    2.3.3 Anforderungen an die Durchführenden der Weiterbildungsmaßnahme 18

    2.4 Anforderungen für spezifische Lernformen 19

    2.4.1 Selbststudium / Selbstgesteuertes Lernen 19

    2.4.2 Gesteuertes E-Learning 20

    2.4.3 Blended Learning-Formen 21

    2.4.4 Lernformen am Arbeitsplatz 21

    2.4.5 Praxisbegleitung (Coaching / Einzeltraining) 23

    3 Inhaltliche Regeln: Die Kompetenzmatrix 25

    3.1 Das Kompetenzmodell 25

    3.2 Kundenberatung und Vermittlung 25

    3.2.1 Gesprächsvorbereitung 25

    3.2.2 Gesprächsdurchführung 27

    3.2.3 Gesprächsnachbereitung und Antragsbearbeitung 28

    3.3 Bestandskundenbetreuung und Beschwerdemanagement 29

    3.4 Schadenservice 31

    3.5 Schaden­ und Leistungsbearbeitung im Rahmen der individuellen Vollmachten 32

    3.6 Sicherstellung der Beratungsprozesse (Organisationsqualität) 33

    3.6.1 Planung 33

    3.6.2 Steuerung und Führung 34

    Inhalt

  • 4 Die Qualitätssicherung durch gut beraten 37

    5 Der Nachweis der Weiterbildung bei gut beraten 41

    6 Anrechnung von Weiterbildungs- maßnahmen mit öffentlich- rechtlichen Abschlüssen 43

    6.1 Grundsätze 43

    6.2 Weiterbildungsmaßnahmen mit IHK­Abschluss 44

    6.2.1 Fachwirt / -in für Versicherungen und Finanzen 44

    6.2.2 Fachberater / in für Finanzdienstleistungen (Prüfungsteil A) 45

    6.2.3 Fachwirt / -in für Finanzberatung (Prüfungsteil B) 46

    6.2.4 Finanzanlagenfachmann / -frau IHK 47

    6.2.5 Geprüfte / r Fachmann / -frau für Immobiliardarlehens vermittlung IHK 48

    6.2.6 Ausbildereignungsprüfung gemäß AEVO 49

    6.3 Hochschulische Weiterbildungsmaßnahmen 50

    6.3.1 Spezifische Regelungen 50

    6.3.2 Beispiel: Bachelor of Insurance Management der TH Köln 51

    6.3.3 Duale Studiengänge 51

    7 Anhang 53 7.1 Beispiele für Teilnehmerbeschreibungen und Ablaufpläne 53

    7.1.1 Präsenzmaßnahme 53

    7.1.2 Gesteuertes E-Learning 56

    7.1.3 Selbststudium: Selbstgesteuertes E-Learning 57

    7.1.4 Blended-Learning-Maßnahme mit Selbstlerneinheiten und Präsenzseminar 58

    7.1.5 Lernformen am Arbeitsplatz 62

    7.1.6 Praxisbegleitung (Coaching / Einzeltraining) 66

    7.2 Öffentlich­rechtliche Abschlüsse: Detailbewertung 67

    7.2.1 Fachwirt für Versicherungen und Finanzen 67

    7.2.2 Fachberater für Finanzdienstleistungen (Prüfungsteil A) 71

    7.2.3 Fachwirt für Finanzberatung (Prüfungsteil B) 73

    7.2.4 Finanzanlagenfachmann / -frau IHK 75

    7.2.5 Geprüfte / r Fachmann / -frau für Immobiliardarlehensvermittlung IHK 77

    7.2.6 Bachelor of Insurance Management 79

    7.3 Weiterführende Quellen 80

  • BaFin Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BBiG Berufsbildungsgesetz BDL Bildungsdienstleister BiBB Bundesinstitut für Berufsbildung ECTS­Punkte Leistungspunkte nach dem European Credit Transfer-System FinVermV Finanzanlagenvermittlerverordnung GewO Gewerbeordnung KVF Kaufmann / Kauffrau für Versicherungen und Finanzen VAG Versicherungsaufsichtsgesetz VVG Gesetz über den Versicherungsvertrag WBD Weiterbildungsdatenbank gut beraten VersVermV Versicherungsvermittlungsverordnung

    Abkürzungen

  • 1.1 Die gesetzlichen Grundlagen Bereits die Richtlinie über Versicherungsvermitt­ lung von 2002 (IMD) forderte, dass Versicherungs- vermittler über „angemessene Kenntnisse und Fertigkeiten“ verfügen, die vom jeweiligen Mitgliedsland festzulegen waren. Mit der Richt- linie über Versicherungsvertrieb von 2016 (IDD) wurde dieser Grundsatz fortg