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Epidemiologie

Allgemeine Virologie SS 2018

Rainer G. Ulrich

Friedrich-Loeffler-Institut

Institut fr neue und neuartige Tierseuchenerreger

D-17493 Greifswald - Insel Riems

[email protected]

Allgemeine Virologie SS 2018

11. 04. 18 Meilensteine der Virologie J. Stech

18. 04. 18 Klassifikation und Taxonomie von Viren R. Ulrich

25. 04. 18 Virusdiagnostik R. Ulrich

02. 05. 18 Virusaufnahme und Replikation T. Mettenleiter

09. 05. 18 Epidemiologie R. Ulrich

16. 05. 18 Ultrastruktur von Viren J. Stech

23. 05. 18 Projektwoche

30. 05. 18 Pathogenese und Virus-Zell-Interaktionen T. Mettenleiter

06. 06. 18 Genetik und Evolution der Viren S. Finke

13. 06. 18 Immunantwort und Impfstoffe S. Finke

20. 06. 18 keine Vorlesung

27. 06. 18 Tumorviren, Transformation und Tumorbildung S. Finke

04. 07. 18 Viren als Werkzeuge T. Hoenen

11. 07. 18 Chemotherapie und Zytokine S. Finke

18. 07. 18 Fhrung FLI Insel Riems T. Mettenleiter

Klausur: 03.08.2018 (Nachklausur: 30.10.2018)

Zusammenfassung

Die Epidemiologie* wird definiert als

Untersuchung der Verteilung und

der Determinanten von gesundheitsbezogenen Zustnden

oder Ereignissen

in umschriebenen Bevlkerungsgruppen und

Anwendung der Ergebnisse zur Steuerung von

Gesundheitsproblemen.

*griechisch: epi = auf, ber; demos = Volk; logos = Lehre

Die Epidemiologie einer Virusinfektion wird durch die

Kontagiositt und Virulenz des Erregers, die bertragung und

den Verlauf der Infektion und die Suszeptibilitt der

Empfnger-Population bestimmt.

Gliederung der Vorlesung

1. Epidemiologie: Definition, Zielstellung,

Grundbegriffe und Methoden

2. bertragung und Verlauf von Virusinfektionen

3. Neue und wiederkehrende Viren

4. Molekulare Epidemiologie

Gliederung der Vorlesung

1. Epidemiologie: Definition, Zielstellung,

Grundbegriffe und Methoden

2. bertragung und Verlauf von Virusinfektionen

3. Neue und wiederkehrende Viren

4. Molekulare Epidemiologie

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19 21 23 25 27 29 31 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20

August September

No

. o

f cases

Ursache der Cholera-Epidemie in London 1854?

Geschichtlicher Beginn der Epidemiologie

John Snow, 1854: Erste epidemiologische Studie mit Hypothese, gezielter

Datenerhebung und Auswertung der Choleraflle

Ursache der Cholera-Epidemie in London 1854? zwei Theorien -

J. Snow W. Farr

Definition der Epidemiologie

Die Epidemiologie wird definiert als

Untersuchung der Verteilung und

der Determinanten von gesundheitsbezogenen

Zustnden oder Ereignissen

in umschriebenen Bevlkerungsgruppen und

Anwendung der Ergebnisse zur Steuerung von

Gesundheitsproblemen.

aus GORDIS: Epidemiologie, 2003

Ziele der Epidemiologie

Bestimmen des zeitlichen und rumlichen Ausmaes von

Erkrankungen in der Bevlkerung

Untersuchen des natrlichen Verlaufes und der Prognose von

Krankheiten

Erkennen der Entstehung und Ursache(n) einer Erkrankung (tiologie)

sowie mglicher Risikofaktoren

Bewerten von neuen prventiven und therapeutischen Manahmen

sowie nderungen in der medizinischen Versorgung

Schaffen der Grundlagen fr die Entwicklung der Gesundheitspolitik

und von behrdlichen Entscheidungen

Prvention und Intervention!

aus GORDIS: Epidemiologie, 2003

Die 5 W-Fragen der Epidemiologie

WER?

WO?

WANN?

WIE?

WARUM?

Bevlkerungsgruppe

Ort des Ereignisses

Zeitpunkt des Ereignisses

Ursachen und

Umstnde

Inhalt epidemiologischer Studien

- Risikostudien: Evaluierung eines tiologischen Faktors

- Diagnosestudien: Vergleich eines neuen diagnostischen

Tests mit Goldstandard

- Prognosestudien: Verlauf einer Krankheit bis zu einem

Endereignis

- Therapiestudien: Vergleich von zwei Therapien

- Prventionsstudien: Evaluierung des Nutzens einer

prventiven Manahme

Deskriptive Epidemiologie

1. Datensammlung

- Erkennen und berprfen von Krankheitsursachen

- Erfassen von Risikogruppen

- Quantifizierung von Risikofaktoren

Analytische Epidemiologie

Analytische Studien:

- Kohortenstudien (Follow up-Studien, Longitudinalstudien)

- Fall-Kontroll-Studien

- Querschnittsstudien

2. Suche nach kausalen Zusammenhngen

Klassifizierung epidemiologischer Studien

Kausale Assoziation zwischen Exposition und Erkrankung?

Kohortenstudie

-prospektiv-

Exposition Erkrankung kausal?

Assoziation

Fall-Kontroll-Studie

-retrospektiv-

Querschnittsstudie

-prospektiv-

Epidemiologie: Intervention und Prvention

- Erkennen neu auftretender Probleme

- Vorhersage mglicher Auswirkungen

- Festlegung von Interventions- und Prventionsmanahmen

- Politikberatung

3. Schlufolgerungen: Intervention und Prvention

Epidemiologischer Studienzyklus

1. Deskriptive Studien (Sammlung & Analyse)

Erarbeiten einer Hypothese

2. Analytische Studien Hypothesetestung

Fall-Kontroll-Studien

Kohortenstudien

Analyse der Resultate

3. Interventions- Studien

Morbiditt: Prvalenz und Inzidenz

Prvalenz: Gesamtzahl der Krankheitsflle in einer definierten Population zu einem bestimmten Zeitpunkt (in einer bestimmten Zeitperiode)

Inzidenz: Zahl der Neuerkrankungen in einem bestimmten Zeitraum und einer definierten Population

Mortalitt und Letalitt

Mortalittsrate: Verstorbene pro Zeitraum/Bevlkerungszahl

Letalittsrate: Verstorbene/Zahl der Erkrankten

Mae der Erkrankungs- und Sterbehufigkeit

Epidemie: Hufung einer Erkrankung

in einem begrenzten Gebiet und Zeitraum

Tardiv-Epidemie

langsamer Anstieg der Zahl der

Erkrankten

(durch Kontakt ausgelst)

Explosiv-Epidemie

steiler Anstieg der Zahl der

Erkrankten

kann auch zwischen Epidemiephasen

vorkommen

Endemie: Erkrankungshufung

zeitlich unbegrenzt in einem bestimmten Gebiet

Kumulative Inzidenz von humanen

Hantavirus-Infektionen 2001-2010

(SurvStat, http://www.3.rki.de/SurvStat,

Datenstand: 21.4. 2010)

http://www.3.rki.de/SurvStat

Weltweit massenhaftes Auftreten von Erkrankungen

innerhalb eines bestimmten Zeitraumes

z.B. Influenza

Epidemie, Endemie, Pandemie

Endemie: Erkrankungshufung

in einem bestimmten Gebiet, zeitlich unbegrenzt

Epidemie: Erkrankungshufung

in einem bestimmten Gebiet und Zeitraum

Pandemie: Erkrankungshufung

weltweit, zeitlich begrenzt (weltumspannende Epidemie)

Gliederung der Vorlesung

1. Epidemiologie: Definition, Zielstellung,

Grundbegriffe und Methoden

2. bertragung und Verlauf von Virusinfektionen

3. Neue und wiederkehrende Viren

4. Molekulare Epidemiologie

Epidemiologische Triade von Erkrankungen

Wirt

Vektor

Umwelt Agens

Die Epidemiologie einer Virusinfektion wird durch die Kontagiositt

und Virulenz des Erregers, die bertragung und den Verlauf der Infektion

und durch die Suszeptibilitt der Empfnger-Population bestimmt.

One Health-Konzept

1. EINLEITUNG Hantavirusbertragung: Einfluss von Umweltfaktoren

Stabilitt des

Erregers in der

Umwelt

Einatmen der

Erreger

berlebensrate der Nagetiere

Baumsamen

(Nahrung fr

Nagetiere)

Eisberg-Konzept fr Infektionskrankheiten

aus GORDIS: Epidemiologie, 2003

Subklinische

Erkrankung

Klinische

Erkrankung

Inkubationszeit von Virusinfektionen

Klinische Schweregrade von Infektionen

Arten der Erregerbertragung

A. Direkt

Mensch-zu-Mensch-Kontakt

B. Indirekt

1. gemeinsame Quelle (Wasser, Luft, Lebensmittel) 2. Vektor

Zoonoseerreger

Erreger-Reservoire in der Natur:

Wildtiere (Nagetiere, andere Kleinsuger, Fledermuse, Vgel)

Haustiere (z.B. Wiederkuer, Schweine, Pferde)

Heimtiere (z.B. Farbratten)

Arthropoden (Zecken, Mcken u.a.)

natrliche bertragung zwischen Wirbeltieren und Mensch,

mit oder ohne Arthropodenvektoren,

nach der bertragungsrichtung:

Anthropozoonosen Zooanthroponosen

(Mensch Tier) (Tier Mensch)

direkter Kontakt

Francisella tularensis, LCMV

direkte bertragungswege

indirekte bertragungswege

Vektoren FSMEV, Borrelien

Bunyavirales/ Hantaviridae: Hantaan, Seoul, Puumula, Dobrava-Belgrad, Tula,

Sin Nombre, Andes

Arenaviridae: LCM-Lassa complex: Lassa, LCM (Altwelt-Viren)

Tacaribe virus complex (Neuwelt-Viren), Machupo, Junin

Hemorhagic Fevers (Venezuelian, Argentine, Bolivian),

Virale Erreger, die ber Nagetiere oder Fledermuse weiterverbreitet werden:

Paramyxoviridae Genus Henipavirus Hendra, Nipah

Rhabdoviridae: Genus Lyssavirus European Bat, Australian Bat, Lagos Bat, Duvenhage

Filoviridae: Ebola, Marburg

Coronaviridae: SARS-CoV

Zoonoseerreger

Arbovirale Zoonose-Erreger (I):

Flaviviridae: Genus Flavivirus TBE-Komplex: TBEV, Omsk Hemorrhagic Fever

Japan E.-Komplex: Japan E, St. Louis Encephalitis,

West Nile, Kunjin, Murray-Valley,

St. Louis-Enzephalitis

Gelbfieber-Komplex: Yellow-Fever, Wesselsbron

Dengue-Komplex: Dengue 1-4

Togaviridae: Genus Alphavirus: Amerikanische Pferdeenzephalitiden (EEE, WEE, VEE) Chikungunya

Semliki Forest, Sindbis-Gruppe

Reoviridae: Genus Coltivirus: Colorado Zeckenfieber, Kemerovo-Virus, Lipovnik, Quaranfil, Bhanja, Eyach, Erve, Tribec

Zoonoseerreger

Bunyavirales:

Peribunyaviridae: LaCrosse, Tahyna

Nairoviridae: CCHF

Phenuiviridae: Toskana, Naples, Sicily, Uukuniemi

Rift Valley fever

Orthomyxoviridae: Thogoto

Arbovirale Zoonose-Erreger (II):

Lebensmittel-bertragene Zoonose-Erreger:

Hepatitis E-Virus

Zoonoseerreger

-

Verlaufsformen viraler Infektionen (I)

Akut schnelle lokale oder systemische

Vermehrung des Erregers mit folgender

Symptomatik; selbst-limitierend

(Viruseliminierung), z.B. Adenovirus,

Influenzavirus

Chronisch vom Immunsystem nicht eliminierbare

Erreger, z.B. Herpesviren, HIV,

Papillomaviren, Polyomaviren

Latent Virus bleibt lebenslang im Wirt, Phasen

ohne nachweisbare Virusreplikation,

Reaktivierung, z.B. Herpesviren

Persistierend lang andauernde Infektion, keine oder

spte Viruseliminierung, zu jedem

Zeitpunkt nachweisbare

Virusreplikation, z.B. Hepatitis C-Virus

Transformierend Virus-assoziierte Tumoren

z.B. HTLV-1

Slow virus- sehr langsamer, ber Jahrzehnte

Infektion dauernder Verlauf; z.B. SSPE bei

Masernvirusinfektion

Verlaufsformen viraler Infektionen (II)

Mechanismen der Latenz/Persistenz

limitierte Genexpression (z.B. Latenz bei Herpesviren)

genomische Variabilitt

geringe Virusreplikation

Hemmung der Apoptose

Induktion immunologischer Toleranz

Hemmung der erworbenen und angeborenen Immunitt

(insbesondere Interferone)

direkte Zerstrung von Immunzellen

Chronische Virusinfektion (Hepatitis B-Virus)

Chronische Virusinfektion (Hepatitis C-Virus)

Flaviviridae

Genom: +ssRNA, 9,5-12 kb

Struktur: Hlle, sphrisches

Kapsid

Latente und persistierende Virusinfektionen

Virus Latenz- oder Persistenzort

HSV-1 und HSV-2 Ganglien

Epstein-Barr-Virus B-Lymphozyten

Cytomegalievirus Lymphozyten, Makrophagen

Hepatitis B-Virus Hepatozyten

Papillomavirus Epithelzellen

HIV T-Lymphozyten, Makrophagen

Reaktivierung persistierender bzw. latenter

Infektionen

Umstnde Erreger Ort der Ausscheidung

Hohes Alter Varizella-Zoster-Virus Hautblschen

(VZV)

Schwangerschaft Polyomavirus (BK, JC) Urin

Cytomegalievirus, HSV-2 Zervix

Epstein-Barr-Virus (EBV) Speichel

Leukmien VZV Hautblschen

Transplantationen HSV, VZV, Papillomaviren, Haut

EBV Speichel

HIV VZV, HSV Haut

Transmission and the formation of an HIV quasispecies

Transmission

Purifying

Selection

Immediate descendents

of one sequence

predominates (usually)

~All daughter viruses are

genetically distinct

The HIV genome evolves ~1 million times

faster than the human genome

One error is incorporated into the HIV genome every 2,000-5,000 bases replicated (2-5 per genome)

Gliederung der Vorlesung

1. Epidemiologie: Definition, Zielstellung,

Grundbegriffe und Methoden

2. bertragung und Verlauf von Virusinfektionen

3. Neue und wiederkehrende Viren

4. Molekulare Epidemiologie

Orthomyxoviren (Influenzaviren)

Retroviren (HIV)

Erreger von viralen Hmorrhagischen Fiebern

Arboviren: Flaviviridae (Dengue-, Gelbfieber-, Westnilvirus)

non-Arboviren: Filoviridae (Marburg- und Ebolavirus), Arenaviridae (Lassavirus), Bunyavirales (Hantaviridae)

SARS- und MERS-Coronavirus

Hendra- und Nipahvirus

Zikavirus

Emerging und re-emerging Viren

Charakteristika neuer Erreger:

neu in der menschlichen Population

bereits vorher in der menschlichen Population vorhanden, die aber

bisher unentdeckt geblieben sind bzw. sich in ihrer Virulenz oder

Verbreitung verndert haben

60% dieser Erreger sind Zoonoseerreger.

Emerging und re-emerging Viren

Ein neues Krankheitsbild in den USA 1993

7. und 14. Mai 1993

2 Todesflle infolge akuten

Atemnotsyndroms (ARDS)

26. Mai 1993

19 mgliche ARDS-Flle

3. Juni 1993

erste Hinweise auf neues

Hantavirus (emerging virus)

(Harper & Meyer, 1999)

Gliederung der Vorlesung

1. Epidemiologie: Definition, Zielstellung,

Grundbegriffe und Methoden

2. bertragung und Verlauf von Virusinfektionen

3. Neue und wiederkehrende Viren

4. Molekulare Epidemiologie

Human fatal encephalitis cases

First patient in 2011, two additional in 2013

62, 63 and 72 years old

Saxony-Anhalt, Germany

Viral infection? Classical diagnostics failed!

City of Borna

Suspicion- Zoonosis ?

Clinical picture, gross pathology and histology resulted in the

suspicion of a viral encephalitis. zoonosis?

Possible Vector: Variegated squirrels (Sciurus variegatoides)

Molecular epidemiology: Next generation sequencing!

Informationsdienste: ProMed BORNA DISEASE VIRUS, 2011-2013 - GERMANY: (SAXONY-ANHALT) CONFIRMED

*******************************************************************

A ProMED-mail post

ProMED-mail is a program of the

International Society for Infectious Diseases

Date: Fri 26 Feb 2015

Source: ECDC Communicable Disease Threats Report [edited]

On 19 Feb 2015, Germany reported 3 cases of fatal encephalitis in residents of the state of Saxony-Anhalt. The 1st clinical

case was seen in 2011, the 2nd and the 3rd in 2013 in different hospitals. Affected persons were males aged 62-72 years

and of age-typical health status.

Each of them was known to breed variegated squirrels (_Sciurus variegatoides_), a type of tree squirrel common to Central

America that can be kept as an exotic outside pet. The 3 breeders knew each other but did not live in close proximity to one

another. It is unclear whether they exchanged animals. During the prodromal phase, which lasted for 2 weeks or longer, the

patients presented with fever and shivering, fatigue, weakness and walking difficulties. Due to increased confusion and

psychomotor impairment they were admitted to neurology wards where they developed ocular paresis. Actions

Germany is investigating tissue and cerebrospinal fluid collections from biobanks for further cases. Previously cryptic cases

of encephalitis are being re-evaluated in view of the new virus.

Breeders/owners of variegated squirrels will be questioned as to their health and anecdotal knowledge of further potentially

lethal cases among other breeders/owners. Breeders are asked to send in deceased animals to the Friedrich Loeffler

Institute. ECDC published a rapid risk assessment on 26 Feb 2015

Communicated by:

ProMED-mail

http://www.promedmail.org/http://www.isid.org/http://ecdc.europa.eu/en/publications/Publications/communicable-disease-threats-report-28-feb-2015.pdfhttp://ecdc.europa.eu/en/publications/Publications/communicable-disease-threats-report-28-feb-2015.pdfhttp://ecdc.europa.eu/en/publications/Publications/communicable-disease-threats-report-28-feb-2015.pdfhttp://ecdc.europa.eu/en/publications/Publications/communicable-disease-threats-report-28-feb-2015.pdfhttp://ecdc.europa.eu/en/publications/Publications/communicable-disease-threats-report-28-feb-2015.pdfhttp://ecdc.europa.eu/en/publications/Publications/communicable-disease-threats-report-28-feb-2015.pdfhttp://ecdc.europa.eu/en/publications/Publications/communicable-disease-threats-report-28-feb-2015.pdfhttp://ecdc.europa.eu/en/publications/Publications/communicable-disease-threats-report-28-feb-2015.pdfhttp://ecdc.europa.eu/en/publications/Publications/communicable-disease-threats-report-28-feb-2015.pdfhttp://ecdc.europa.eu/en/publications/Publications/communicable-disease-threats-report-28-feb-2015.pdfhttp://ecdc.europa.eu/en/publications/Publications/communicable-disease-threats-report-28-feb-2015.pdfhttp://ecdc.europa.eu/en/publications/Publications/communicable-disease-threats-report-28-feb-2015.pdfhttp://ecdc.europa.eu/en/publications/Publications/communicable-disease-threats-report-28-feb-2015.pdfhttp://www.ecdc.europa.eu/en/publications/Publications/new-bornavirus-strain-detected-EU-rapid-risk-assessment.pdfhttp://www.ecdc.europa.eu/en/publications/Publications/new-bornavirus-strain-detected-EU-rapid-risk-assessment.pdfhttp://www.ecdc.europa.eu/en/publications/Publications/new-bornavirus-strain-detected-EU-rapid-risk-assessment.pdfhttp://www.ecdc.europa.eu/en/publications/Publications/new-bornavirus-strain-detected-EU-rapid-risk-assessment.pdfhttp://www.ecdc.europa.eu/en/publications/Publications/new-bornavirus-strain-detected-EU-rapid-risk-assessment.pdfhttp://www.ecdc.europa.eu/en/publications/Publications/new-bornavirus-strain-detected-EU-rapid-risk-assessment.pdfhttp://www.ecdc.europa.eu/en/publications/Publications/new-bornavirus-strain-detected-EU-rapid-risk-assessment.pdfhttp://www.ecdc.europa.eu/en/publications/Publications/new-bornavirus-strain-detected-EU-rapid-risk-assessment.pdfhttp://www.ecdc.europa.eu/en/publications/Publications/new-bornavirus-strain-detected-EU-rapid-risk-assessment.pdfhttp://www.ecdc.europa.eu/en/publications/Publications/new-bornavirus-strain-detected-EU-rapid-risk-assessment.pdfhttp://www.ecdc.europa.eu/en/publications/Publications/new-bornavirus-strain-detected-EU-rapid-risk-assessment.pdfhttp://www.ecdc.europa.eu/en/publications/Publications/new-bornavirus-strain-detected-EU-rapid-risk-assessment.pdfhttp://www.ecdc.europa.eu/en/publications/Publications/new-bornavirus-strain-detected-EU-rapid-risk-assessment.pdfhttp://www.ecdc.europa.eu/en/publications/Publications/new-bornavirus-strain-detected-EU-rapid-risk-assessment.pdfhttp://www.ecdc.europa.eu/en/publications/Publications/new-bornavirus-strain-detected-EU-rapid-risk-assessment.pdfmailto:[email protected]

Hantavirus-Situation in Deutschland, 2001-2018

Zahl gemeldeter Hantavirusflle seit 2001 (Robert Koch-Institut, SurvStat, Datenstand: 26.4.2018

- Was sind die Ursachen fr die erhhte Zahl von humanen Hantavirus-Infektionen

in 2005, 2007, 2010, 2012 und 2017?

- Handelt es sich bei den Hantaviren in Hessen und Thringen um neue Stmme?

- Welcher Virusstamm hat die Infektionen bei den Patienten ausgelst?

Bundesland 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018

Baden-Wrttemberg 58 164 65 120 110 22 1089 74 83 997 128 1694 44 224 474 67 804 7

Bayern 29 17 18 61 40 12 296 41 21 437 46 438 53 65 134 28 375 7

Berlin 0 1 0 1 2 1 1 3 0 3 0 0 1 0 1 1 4 1

Brandenburg 0 0 1 0 3 0 4 3 0 2 6 7 3 4 5 0 8 1

Bremen 1 0 0 1 0 0 0 0 0 1 0 2 0 0 0 0 0 0

Hamburg 1 0 0 0 1 0 3 1 2 0 1 6 2 0 2 0 5 1

Hessen 21 8 13 5 34 4 27 12 4 174 13 122 5 8 54 7 103 1

Mecklenburg-Vorpommern 4 8 4 4 4 1 11 11 12 11 5 15 7 15 10 12 9 10

Niedersachsen 10 5 3 11 75 6 93 18 16 123 23 143 14 67 35 54 120 5

Nordrhein-Westfalen 51 19 30 29 143 18 124 61 32 156 62 199 22 161 62 96 200 6

Rheinland-Pfalz 2 2 3 3 10 2 11 4 1 28 7 82 1 6 11 7 49 1

Saarland 1 0 0 0 0 0 2 0 0 1 0 9 0 0 0 1 0 0

Sachsen 0 1 0 2 2 1 5 1 0 3 3 11 2 9 4 3 5 1

Sachsen-Anhalt 1 1 3 2 2 0 3 1 1 6 1 8 0 5 7 3 2 0

Schleswig-Holstein 0 1 1 2 7 5 10 6 9 11 6 14 1 8 6 2 14 6

Thringen 3 1 3 1 14 0 8 7 0 63 4 73 6 2 24 1 30 9

unbekannt 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 2 0 0 0 0 0 0

Gesamt 182 228 144 242 447 72 1687 243 181 2016 305 2825 161 574 829 282 1728 56

Informationsdienste: SurvStat

Vorkommen des Puumalavirus in Deutschland

Essbauer, Schmidt-Chanasit, Schlegel, Oehme, Pluta, Ulrich

et al., unverff. Daten; Heiske et al., 1999; Essbauer et al.,

2006, 2007; Schilling et al., 2007; Hofmann et al., 2008.

Incidence

Rtelmaus

Foto: U.M. Rosenfeld

Heiske et al., 1999/ Essbauer et al., 2006, 2007/ Schilling et al., 2007/ Hofmann et al., 2008/ Ettinger et al., 2012/ Faber et al., 2013/ Castel et al., 2015

Heterogene Verteilung des Puumalavirus

PUUV positive Rtelmuse

genetic PUUV lineages:

CE Central European

ALAD Alpe-Adrian

LAT Latvian

FIN Finnish

RUS Russian

DAN Danish

N-SCA North-Scandinavian

S-SCA South-Scandinavian

htt

ps:

//su

rvst

at.

rki.

de/ d

ata

sta

tus:

16.0

1.1

6

human PUUV

cases

2001-2015

0 (113)

>0 9 (205)

>9 19 (23)

>19 28 (19)

> 28 (54)

Abb. von S. Drewes, Greifswald

PUUV-Nachweis und Rtelmauslinien in Deutschland

Western lineage

Carpathian lineage

Eastern lineage

FJ881413

FJ881417

FJ881395

FJ881411

FJ881410

FJ881405

FJ881401

BB_05_123_95

BB_05_143_95

FJ881391

DQ472339

MV_07_897_89

BB_09_240_109

BB_09_241_109

DQ472258

SH_08_35_96

DQ472243

DQ472319

ST_07_9_110

BW_10_74_47

BB_05_185_117

SN_09_877_8

BB_09_1440_95

BB_05_015_104

BB_05_110_142

SN_09_1019_1

SN_09_1014_115

ST_08_863_114

SN_H598_143

FJ881421

DQ472285

SN_X05_238_145

SN_X05_234_138

ST_07_33_105

ST_07_22_141

NI_10_1240_85

NI_08_645_80

DQ472293

DQ472341

DQ472292

DQ472336

MV_07_906_97

DQ472294

SN_09_1973_146

BW_08_1153_123

FJ881462

FJ881466

FJ881490

FJ881429

DQ472231

DQ472247

DQ472246

BB_08_703_107

MV_07_901_89

MV_07_903_89

MV_07_899_89

MV_07_898_89

MV_08_169_130

MV_08_600_101

MV_07_1109_139

MV_07_935_84

MV_07_888_111

MV_07_933_84

MV_07_207_87

MV_07_1110_139

MV_06_202_92

MV_06_212_90

MV_07_275_99

MV_07_870_139

MV_08_128_100

MV_08_160_88

BB_05_174_95

MV_08_170_88

MV_06_203_86

MV_07_863_83

BB_04_69_94

MV_12_1_161

MV_12_2_161

MV_12_4_161

MV_12_5_161

BB_05_155_95

BB_05_125_95

DQ845185 Myodes centralis 79

77

88

69

52

27

34

60

21

46

60

47

20

31

41

13

20

58

42

64

31

61

63

46

61

55

0.005

Balkan lineage

Map:

Nic

ole

Neum

ann F

riedri

ch-L

oeff

ler-

Inst

itut

(FLI)

, data

ori

gin

: Bundesa

mt

fr

Natu

rschutz

(BfN

)

Cytochrome b

phylogenetic tree

Bissendorf

Bramsche Walbeck

Billerbeck

Kln

Gttingen

Sennickerode

Koblenz

Gilserberg

Burghaun

Diedorf

Breunings Laufach Hammelburg

Darmstadt Karlstadt

Hemmingen

Leonberg

Michelbach

Schnelldorf

Steinheim

Reutlingen

Albstadt

Zudorf

Freyung-Grafenau

Regen

Neuschnau

PUUV positive Fangorte

Carpathian

Eastern

Western

Evolutionary lineages

Wolfenbttel

Lonsee

Wald-Michelbach

Abb. von S. Drewes, Greifswald Fragestellungen fr Bachelorarbeiten

HANTAVIREN IN DEUTSCHLAND

Reil, Imholt, Schmidt, Rosenfeld,

Ulrich, Jacob, unverff. Daten

Nagetierpopulationsdynamik 2010-2012

0

20

40

60

80

100

120

140

160

180

200

April Juli Oktober April Juli Oktober April

2010 2011 2012

Mitte

lwert

Abundanz [

N/h

a]

Baden-Wrttemberg

Myodes glareolus WALD Microtus arvalis FELD Apodemus spec. WALD

0

20

40

60

80

100

120

140

160

180

200

April Juli Oktober April Juli Oktober April

2010 2011 2012

Mitte

lwert

Abundanz [

N/h

a]

Mecklenburg-Vorpommern

Myodes glareolus WALD Microtus arvalis FELD Apodemus spec. WALD

0

20

40

60

80

100

120

140

160

180

200

April Juli Oktober April Juli Oktober April

2010 2011 2012

Mitte

lwert

Abundanz [

N/h

a]

Thringen Myodes glareolus WALD Microtus arvalis FELD Apodemus spec. WALD

0

20

40

60

80

100

120

140

160

180

200

April Juli Oktober April Juli Oktober April Juli

2010 2011 2012

Mitte

lwert

Abundanz [

N/h

a]

Nordrhein-Westfalen

Myodes glareolus WALD Microtus arvalis FELD Apodemus spec. WALD

Massenvermehrung der Rtelmaus, BW, 2010

Ursache der Rtelmausmassenvermehrung in 2010?

Assoziation von Buchenmastjahren und der Hufung humaner Hantavirusflle

in Baden-Wrttemberg?

Abb. von J. Jacob, JKI, Mnster.

Hantavirus-Situation

in Deutschland 2010:

Neue Hantaviren in

Thringen und

Hessen?

HANTAVIREN IN DEUTSCHLAND Baden-Wrttemberg

Niederbayern

Thringen

LK Gttingen

Hessen

Unterfranken

Weissach26N

Weissach20N

Weissach30N

Weissach31N

Hemmingen13

101037Weissach

10978Weissach

101081Weissach

101054Weissach

101083Weissach

SJH231Remseck07N

SJM4Albstadt07N

SJH85Albstadt07N

SJH81Mossingen07N

SJH232Sigmaringen07N

SJH145Pfullingen07N

SJH99Steinheim07N

SJH101Westerstetten07N

SJH233Stuttgart07N

Renningen54

Leonberg46N

Leonberg42N

HeidelberghuNP

103508

103485

103486

103518

103534

103555

103551

103552

103482

103527

103542

103553

103520

103550

103521

103532

BavariaClgM3704N

BavariaClgM204N

BavariaCG3404N

BavariaCG4104N

BavariaCG3904N

BavariaH20104N

BavariaCB2004N

BavariaCG904N

BavariaH15104N

BavariaClgM2604N

BFH72Waldkirchen07N

BavariaH13904N

BavariaCG3304N

BavariaCG204N

H127Karlsruhe07N

Sen05108N

Sen05120N

Sen05173N

Sen05107N

Sen05232N

Sen05176N

11557HessenGilserberg

11522HessenSchluechtern

11427HessenDarmstadt

11563HessenSalmuenster

11442HessenSchluechtern

11424HessenBurghaun

11428HessenDarmstadt

SFH290Schluchtern07N

Rechtenbach85

Laufach104

Laufach133

Opina916N

D20804N

Belgium Kobl305N

Cologne 103078Varruschlacht

101301Bramsche

101302Bramsche

092232Bramsche

101295AltSchledehauserWeg

101381Uebersweg

101362Perkweg

07727Astrup

H68Essen07N

MLH303Vreden07N

BerkelN

102034Billerbeck A

MLM837Billerbeck07N

102092Billerbeck C

MLH208Billerbeck07N

102243Billerbeck B

102040Billerbeck A

102038Billerbeck A

Austria, Balkan, Hungary PuuEidsvollCg113887

Sweden I FynN

Fyn131n

Fyn131n2

Sweden II

HOKMuhorshibirMr7672005

Russia

Sweden III

Tobetsu60Cr93N

Kamiiso8Cr95N

isolateFusongCr247Fusong

isolateFusongCr275Fusong

Mvirus961N

Mvirus0018N

Mvirus9928N

Mvirus9927N

PHV

TULV

ISLAVPCSB77

ISLAVMCSB1

98

72

51

44

48

80

48

100

66

22

100

100

100

91

90

100

100

99

75

96

89

100

91

63

62

100

100

100

100

100

100

53

78

63

100

82

87

98

82

83

47

50

41

49

72

43

99

99

90

99

63

13

6

8

39

97

98

71

46

49

28

20

38

99

97

96

58

87

84

78

100

75

50

40

29

17

56

8

9

9

26

47

53

28

43

26

63

52

100

61

56

0,05

Stadt Kln

LK Osnabrck

LK Coesfeld

Hofmann, Meisel, Klempa, Schmidt-Chanasit, Ulrich, Krger et al. (2008).

M50

M13 M42

Berlin

Mnchen

Frankfurt

Hamburg

H99

H101

H232 H85

H127

H231 H233

H72

H81

H145

H290

H208

H68

H303

M4

M104

M837

Nieder-

lande

Belgien

Frankreich

Schweiz

sterreich

Tschechien

Polen

SJ

BF

SF

ML

Hantavirus-Sequenzen aus Rtelmusen und Patienten

vom Ausbruch im Jahr 2007

Molekulare Epidemiologie

Gisela Flunker (Greifswald), Martin H. Groschup, Martin Beer

und Stephan Drewes (Riems) fr die Bereitstellung von Folien

Danksagung