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  • WESTFÄLISCHES DAMPFBOOT

    Ian Bruff Matthias Ebenau

    Christian May Andreas Nölke (Hrsg.)

    Vergleichende Kapitalismusforschung:

    Stand, Perspektiven, Kritik

    AkG

  • Bruff / Ebenau / May / Nölke (Hrsg.) Vergleichende Kapitalismusforschung

  • Alle Herausgeber und zahlreiche AutorInnen sind Mitglieder der

    Assoziation für kritische Gesellschaftsforschung (AkG).

    AkG

    Die Assoziation für kritische Gesellschaftsforschung (AkG) wurde im Juni 2004 als offener Zusammenschluss von Sozialwissen- schaftlerinnen und -wissenschaftlern aus dem deutschsprachigen Raum (Deutschland, Schweiz, Österreich) gegründet. Inhalt der gemeinsamen Arbeit ist die Diskussion gesellschaftskritischer Theorieansätze, deren Reproduktion und Weiterentwicklung in Zeiten ihrer zunehmenden Marginalisierung an den Hochschulen gesichert werden soll.

    Schwerpunkte bildeten bisher halbjährige Tagungen, bei denen folgende theoretische und politische Fragen behandelt wurden: „Kritische Gesellschaftstheorie heute“, „Feministische Perspekti- ven“, „Organisation, Bewegung und Hegemonie“, „Staatstheorie vor neuen Herausforderungen – feministische Kritik, Internatio- nalisierung und Migration“, „Internationale Politische Ökonomie“, „Subjektivität“, „Umkämpfte Arbeit“ und „alternative Krisendia- gnosen und -politiken“.

  • Ian Bruff / Matthias Ebenau / Christian May / Andreas Nölke (Hrsg.)

    Vergleichende Kapitalismusforschung: Stand, Perspektiven, Kritik

    im Auftrag der Assoziation für kritische Gesellschaftsforschung

    WESTFÄLISCHES DAMPFBOOT

  • 1. Auflage Münster 2013 © 2013 Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster Alle Rechte vorbehalten Umschlag: Lütke Fahle Seifert AGD, Münster Druck: Rosch-Buch Druckerei GmbH, Scheßlitz Gedruckt auf säurefreiem Papier ISBN 978-3-89691-928-1

    Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte biblio grafische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.

    Gedruckt mit Unterstützung der Deutschen Forschungsge- meinschaft, der Rosa-Luxemburg-Stiftung und der International Political Economy Group der British International Studies Association (BISA-IPEG)

  • Inhalt

    Ian Bruff / Matthias Ebenau / Christian May / Andreas Nölke Einleitung: Kapitalismusvergleich, Kapitalismusanalyse und Kapitalismuskritik in Zeiten der globalen Krise 9

    Teil I: Vergleichende Kapitalismusforschung – Kritische Bestandsaufnahme

    David Coates Paradigmen der Vergleichenden Kapitalismusforschung: Neoklassik, neuer Institutionalismus und Marxismus 22

    Ian Bruff / Eva Hartmann Neopluralistische Politikwissenschaft, Wirtschaftssoziologie und die konzeptuellen Grundlagen der Vergleichenden Kapitalismusforschung 37

    Bob Jessop Der Weltmarkt und die Reproduktion von Akkumulationsregimen in der Vergleichenden Kapitalismusforschung: Variegierter Kapitalismus statt Spielarten des Kapitalismus 51

    Matthias Ebenau Die Globalisierung der Vergleichenden Kapitalismusforschung: ein kritischer Blick auf Stand, Probleme und Herausforderungen 70

    Teil II: Neoinstitutionalismus – Varianten und Entwicklungen

    Jan Drahokoupil / Martin Myant Institutionalismus jenseits der „Spielarten des Kapitalismus“: Transitionsökonomien in der Vergleichenden Kapitalismusforschung 86

    Christian May / Andreas Nölke Kritischer Institutionalismus in der Vergleichenden Kapitalismusforschung: Konzeptionelle Überlegungen und Forschungsprogramm 103

  • Christel Lane / Geoffrey Wood Vergleichende Kapitalismusforschung und Diversität innerhalb von Kapitalismen: Das Beispiel Arbeit und Beschäftigung 119

    Ines Wagner / Nathan Lillie Institutionalismus und räumliche Desintegration in der Vergleichenden Kapitalismusforschung: Arbeitsbeziehungen an der EZB-Baustelle Frankfurt 133

    Teil III: Jenseits des Neuen Institutionalismus – Radikale Alternativen und neue Ansätze

    Julia Lux Wie „genderbar“ ist der Varieties of Capitalism-Ansatz? Vergleichende Kapitalismusforschung aus einer Geschlechter-Perspektive 148

    Joachim Becker / Johannes Jäger Regulationstheorie und Vergleichende Kapitalismusforschung: Die Europäische Union in der Wirtschaftskrise 163

    Hans-Jürgen Bieling Vergleichende Kapitalismusanalyse aus der Perspektive einer neo-gramscianisch erweiterten Regulationstheorie 178

    Jane Hardy Ungleiche und kombinierte Entwicklung als Grundlage der Vergleichenden Kapitalismusforschung: Räumlichkeit, Arbeit und institutionelle Konfigurationen 194

    Terrence McDonough Soziale Strukturen der Akkumulation: Zur Aktualität marxistischer Stadienanalysen des Kapitalismus für die Vergleichende Kapitalismusforschung 211

    Alexander Gallas Stillschweigen in puncto Klassenherrschaft: eine Kritik kritischer Vergleichender Kapitalismusforschung zum britischen Staat 226

  • Jamie Gough Marxistische Geographie statt Vergleichender Kapitalismusforschung: Der Unterschied von lokalem und nationalem Kapitalismus und wieso lokale Kapitalismen sich unterscheiden 242

    Literatur 258

    Die Herausgeber 289

    Die weiteren AutorInnen 289

  • 9Einleitung

    Ian Bruff / Matthias Ebenau / Christian May / Andreas Nölke

    Einleitung: Kapitalismusvergleich, Kapitalismusanalyse und Kapitalismuskritik in Zeiten der globalen Krise

    Anlass zur Initiierung des Projektes, aus dem dieser Band hervorgeht,1 war unsere geteilte Unzufriedenheit mit den Re- aktionen der dominanten Ansätze der Vergleichenden Kapita- lismusforschung (VKF) – im Englischen ‘Comparative Capita- lisms’2 (Jackson/Deeg 2006) – auf die seit 2007/8 andauernde globale Wirtschaftskrise. Zwar begannen im weiteren Feld der Globalen und Vergleichenden Politischen Ökonomie umfangrei- che Diskussionen über Ursachen und Folgen dieses systemischen Schocks. Die Kapitalismusvergleichsdebatte – also jene über die Entwicklung historisch und territorial spezifischer Varianten des Kapitalismus – hat diese aber nur in einem sehr begrenzten Um- fang aufgenommen. Ihre Aufmerksamkeit galt und gilt vorrangig den diversen institutionell vermittelten Reaktionen auf die Krise, während sie deren geteilte, zugleich aber regional je spezifische Ur- sachen höchstens oberflächlich untersuchte. Eine überzeugende Krisenanalyse, die deren systemischen Charakter und gleichzeitig die beträchtliche Spannbreite von Auswirkungen und Reaktionen anerkennt, blieb die VKF damit schuldig. Diese hätte einer Rekon- textualisierung der vorherrschenden institutionenanalytischen Perspektive im Rahmen der widersprüchlichen Entwicklung des Kapitalismus bedurft (Bruff/Horn 2012; vgl. auch May/Nölke in diesem Band); tatsächlich schirmte sich die Mainstream-VKF von

    1 „Vergleich, Analyse, Kritik: Neue Ansätze zur Erforschung kapitalis- tischer Diversität“, angesiedelt an der Goethe-Universität-Frankfurt; weitere Informationen unter http://www.cc.uni-frankfurt.de.

    2 Durch alle Beiträge dieses Bandes hinweg werden fremdsprachige Zitate und Begriffe nach Möglichkeit übersetzt. Die Übersetzungen stammen von den jeweiligen AutorInnen bzw. ÜbersetzerInnen der einzelnen Kapitel.

  • 10 Ian Bruff / Matthias Ebenau / Christian May / Andreas Nölke

    dieser theoretischen Herausforderung der Krise aber weitgehend ab (eine bedeutsame, wenn auch begrenzte Ausnahme ist Streeck 2011). Die Dominanz neoinstitutionalistischer Zugänge, die vor allem auf Variationen in national spezifischen institutionellen Konfigurationen abstellen, blieb ungebrochen, die Ausrichtung der Forschungsagenda kaum verändert.

    Der vorliegende Band nimmt die unbefriedigende Antwort der VKF auf die Krise zum Anlass, kritisch Forschungs- und Diskus- sionsstände aufzuarbeiten, die dominanten Perspektiven in einen Dialog mit alternativen Ansätzen aus der kritischen politischen Ökonomie zu bringen und auf diesem Wege einerseits Möglich- keiten ihrer Weiterentwicklung und andererseits fundamentale Alternativen im Sinne einer Kritik der institutionalistischen VKF aufzuzeigen.

    1. Vorüberlegungen: Ausgangslage und Zielstellungen des Bandes

    Ausgangspunkt dieses Vorhabens ist die Feststellung, dass das Wis- sen um eine fundamentale Vielgestaltigkeit des Kapitalismus – die Tatsache, dass kapitalistische Ökonomien spezifische, räumlich und zeitlich distinktive, relativ stabile Formen annehmen – keines- wegs zuerst oder allein auf die heutige VKF zurückgeht. Tatsächlich handelt es sich um einen lang etablierten Wissensbestand der Glo- balen und Vergleichenden Politischen Ökonomie, über die meisten größeren Forschungsparadigmen – mit Ausnahme neoklassisch angeleiteter Perspektiven – hinweg (Bohle/Greskovits 2009; Coa- tes 2005a). Allerdings reflektiert die Untersuchung kapitalistischer Vielgestaltigkeit die allgemeine Marginalisierung kritischer For- schung in den Sozialwissenschaften, wie sie sich in den letzten drei Jahrzehnten herausgebildet hat. So erscheinen institutionalistische VKF-Ansätze oft als die einzigen „heterodoxen“ Analyseperspekti- ven, jenseits von durch die neoklassische Wirtschaftswissenschaft beeinflussten Theorien. Dies bedeutet aus unserer Sicht eine prob- lematische Verengung der Debatte, insbesondere wegen der impli- ziten Ignoranz gegenüber traditionell auf die systemische Kapita- lismusanalyse abstellenden (neo-) marxistischen Theorien – eben jenen Ansätzen, d