910 ­ stilradar stuttgart

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Lifestyle Magazine for Stuttgart. 2nd issue.

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  • Designers Saturday_

    Jrgen Altmann_

    eins:33_

    Reiz_

    Steffen Kuder_

    Bohemian Rhapsody_

    (se)arch_

    Kurt Weidemann_

    sichtbar_

    Massive Tne_

    Unternehmen Form_

    Graffiti_

    Digitalprint_

    Daniela Wolfer

    Schutzgebhr: 5 Euro

    Nr. 02

    Eine Publikation von stilradar

  • Wer wollte nicht schon immer mal echte Designer sehen? So richtig echte! Menschen die ausgereifte Produkte ersinnen, dasArgument Design dem Verkufer in den Mund legen, Huser ohne Trklinken bauen, und Papier so bedrucken lassen, da manWrter schn angeordnet findet obwohl alle Schriften gleich aussehen! Fragen schwirren dazu im Kopf herum: Tragen Designerimmer noch schwarz? Haben Architekten immer dnne Lippen und fahren Porsche? Muss man als Grafiker DJs kennen und Taschenaus LKW-Planen tragen? Essen Webdesigner den ganzen Tag Pizza-Salami? Drfen Fotografen ihre, beim Tahiti-Shooting ange-sammelten Lufthansa-Bonusmeilen bei Ebay versteigern? Und: Gibt es ein Frisurengesetz, da nur Glatze oder Britpop-Haarschnitterlaubt?Wer sich schon immer ein Bild von Menschen machen wollte, die sich den ganzen Tag Gedanken ber Formen und Farben machen,kann dies beim Designers Saturday in Stuttgart tun. Der Designers Saturday wurde 2001 erstmalig in Stuttgart veranstaltet. Andiesem Tag der offenen Tr prsentieren Gestalter ihre Arbeiten aus allen Designdisziplinen in ihren eigenen Bros. Gegrndetwurde der Designers Saturday in New York. Anfang der 80er Jahre nahmen europische Stdte, wie London, Paris, Wien oderStockholm die Idee auf. 1985 fand der erste deutsche Designers Saturday in Dsseldorf statt, 2001 der Designers Saturday inStuttgart. In diesem Jahr hat der Designers Saturday Stuttgart Gestalter aus New York eingeladen, die aufgrund der Ereignisse im letztenJahr, ihren Designers Saturday in New York nicht austragen. In Kooperation mit ihren Stuttgarter Kollegen prsentieren sie hiergemeinsam ihre Arbeiten. Neben den einzelnen Prsentationen wird der Designers Saturday durch Vortrge, Sonderaus-stellungen und dem Verleihen des internationalen Designpreis des Landes Baden-Wrttembergs abgerundet. Der Designers Satur-day in Stuttgart wurde von Jochim Fischer und Silvia Olp initiiert. Der erste Designers Saturday fand 1967 in New York statt.Welche Grundidee statt Pate fr diese Veranstaltung?Die Grundidee kam von den drei fhrenden Designschulen New Yorks und war das Prsentieren von Projekten und Arbeiten inForm eines Tags der offenen Tr. Zusammen nutzten sie diese Idee als Plattform fr sich und ihre Schler. Im Laufe der Jahreerkannten dann auch Unternehmen aus einem breiten Designumfeld die Notwendigkeit, sich einem breiten Publikum zu zeigen.Aus einer ursprnglichen Idee mit drei Teilnehmern ist ein Verein mit mittlerweile ber 300 festen Mitgliedern in New York ent-standen.Die Idee des Designers Saturday wurde spter dann auch von London, Paris oder Wien aufgegriffen. Seit 2001 findet derDesigners Saturday auch in Stuttgart statt. Hat Stuttgart die gleiche Designvielfalt anzubieten, wie groe Metropolen?Ich denke ja. Die Designdisziplinen sind in allen Stdten hnlich. Es gibt sicherlich den einen oder anderen unterschiedlichenSchwerpunkt, der eine Stadt schnell interessant macht, aber die Vielfalt die in Stuttgart besteht, lt sich nicht von der Handweisen. Letztendlich ist Stuttgart, unter anderem durch die frhe Grndung des Design Centers, auch immer eine Hochburg desDesigns gewesen. Man braucht sich nur vor Augen halten, dass ber 30% aller deutschen Designstudios eine 7 in der Post-leitzahl haben. Dementsprechend ist die Ansiedlung von Designbros und die Ausbildungsmglichkeiten im Stuttgarter Umfeldim Vergleich zu anderen Stdten berproportional hoch.Mit Stuttgart verbindet man aber automatisch nicht gleich eine Designhochburg, auch wenn die Zahlen dafr sprechen.Man liebugelt eher mit Stdten wie Berlin, Hamburg oder Frankfurt. Kann man diese Designkompetenz kommunizieren?Der Ruf der anderen Stdte begrndet sich, wie schon angedeutet auf eine Konzentration einzelner Disziplinen. Berlin steht frdie New Economy, Hamburg fr Verlage und Media, Frankfurt fr Werbeagenturen. Stuttgart hat eine gesunde Mischung allerDisziplinen zu bieten, wie die derzeitige Krisensituation auch wieder eindrucksvoll beweit. Auch wenn man es nicht auf den erstenBlick wahrnimmt, die Wirkung von Firmen wie Daimler-Chrysler, Porsche, Festo oder Bosch ist fr die Region immens. Diese Unter-nehmen gehren zu den designlastigsten in Deutschland. Auch wenn deren Schwerpunkt im Produkt- und Industriedesign liegen,sind die Impulse fr andere Designdisziplinen bedeutsam. Die Aufgabe vom Designers Saturday ist aber primr ein einheitlichesDesignbild der Stadt zu kommunizieren. Sowohl Konzerndesign mit seinem peripheren Umfeld als auch eine gewachsene subkul-turelle Designszene. Auch wenn viele meinen, dass sich solch eine Szene nur in Berlin oder Hamburg befinden kann. Stuttgart hatnoch eine spannende Entwicklung vor sich, da die Abwanderungstendenzen in die Grostdte nachlassen wird. Wir hoffen unse-ren Beitrag dazu zu leisten.Das Thema des Designers Forum Stadt als Marke - Vision oder Illusion spricht dieses Problem an. Der kritische Untertondes Themas lt vermuten, dass Stuttgart in der Kommunikation seiner Designkompetenzen noch Nachholbedarf hat.Themenstellungen wie diese haben immer etwas mit Unzufriedenheit zu tun. Es gibt kaum eine Stadt, die als Marke funktioniert.Es wird ja auch aufgezeigt, wie Frankfurt damit kmpft. Vielleicht funktioniert New York mit dem Begriff Big Apple oder ansatz-weise Berlin mit seinem visuellen Erscheinungsbild. Es ist mir wichtig, dieses Problem anzusprechen. Hier sehe ich, das etwaStuttgart 21 ein anderes Erscheinungsbild hat wie Stuttgart Marketing oder die Stadt Stuttgart. Unter Corporate DesignAspekten ist dies beraus diskussionswrdig! Der Anspruch des Autor Matthias Beyrow Mut zum Profil Corporate Design frStdte, einem Referenten des Designers Dialog sorgt fr Impulse in dieser Diskussion.Wird diese Notwendigkeit berhaupt als Problem erkannt, Stuttgart als Marke aufzubauen?Vielleicht ist es gar kein Problem. Was ich auf jeden Fall vermeiden mchte, ist mit dem berhmten erhobenen Zeigefinger winkenund der Stadt sagen, was alles falsch gemacht wird. Es soll gezeigt werden, warum Marken wie Bosch oder Porsche bekann-ter sind als die Marke Stuttgart. Es soll aber auch gezeigt werden, wie eine Documenta positiv auf Kassel wirkt. In dieserDiskussion beim Designers Saturday bieten wir eine Plattform mit dem Ziel, ber dieses Problem nachhaltig nachzudenken.In Zeiten wirtschaftlicher Schwierigkeiten, ist der Designers Saturday als Privatinitiative ein schwieriges Unterfangen.Sollte die Stadt die Veranstaltung, strker finanziell untersttzen, auch in Hinsicht der berregionalen Prsenz, die damiterreicht wird?Ich glaube die Stadt mu es nicht. Man wnscht es sich zwar, aber die Idee, da etwas von Stuttgartern fr Stuttgarter getan wirdhat mit der Stadt als bergeordnetete Institution nur bedingt zu tun. Wir fordern und frdern Eigeninitiative, die ja von denGestaltern auch so aufgegriffen wird. Ein Vorteil ist, wenn man nicht so auf Frdertpfe angewiesen ist, da man freier in seinenEntscheidungen ist und schneller auf Begebenheiten reagieren kann. Aber eine starke Untersttzung seitens der Wirtschaftsfr-derung, das wrde passen und gut tun.Sollte die Wirtschaft nicht verstrkt das Kultursponsoring der Stadt bernehmen?Sponsoring wre fr uns eine Erleichterung. Es wrde eben auch fr einen dauerhaften Betrieb sorgen. Vor allem, da das pr-sentierte Design der betreffenden Firmen ein Alleinstellungsmerkmal ist. Ich bedauere es, da auch im zweiten JahrUnternehmen wie Porsche, Nimbus oder Festo nicht teilnehmen. Allein deren Teilnehmergebhr wre eine echte Frderung desDesigners Saturday gewesen.Braucht der Designers Saturday eine lngere Anlaufphase, um in den Kpfen verankert und ernster genommen zu wer-den?Ja, auch der Designers Saturday bentigt seine Zeit um sich in den Kpfen zu verankern. Selbst Dietmar Henneka sagte, da manNew Yorker braucht, um auf Stuttgart und die Veranstaltung aufmerksam zu machen. Die Teilnahme von New York wird diesbeschleunigen, dennoch braucht es eine jhrliche Kontinuitt, um sich zu etablieren. Diesen Entwicklungsproze finde ich abernicht schlecht, da es uns Veranstaltern Raum lt sich weiter zu entwickeln. Ein Problem ist nur, da wir mit anderen Ver-anstaltungen verglichen werden, die es seit ber Jahrzehnte gibt und bereits aus den Kinderschuhen rausgewachsen sind. Wirsind erst im zweiten Jahr und haben Fehler gemacht. Diese werden wir beheben und werden auch wieder neue Fehler machen.Wir wnschen uns, da die Besucher und Teilnehmer uns Raum fr diesen Entwicklungsproze lassen.Was war Deine persnliche Intention den Designers Saturday nach Stuttgart zu holen?Unerfahrenheit! (lacht) Nein, uns war es wichtig eine Plattform zu schaffen, wo Gestalter aus verschiedenen Disziplinen sich undihre Produkte vorstellen, um die Designkompetenz, die wir in Stuttgart haben, zu prsentieren. Die Lcke war da und wir versu-chen sie zu schlieen. Wir haben den Zug auf die Schiene gesetzt und feuern jetzt krftig die Lokomotive an. Wir haben denAnspruch, den Designers Saturday jedes Jahr besser zu machen, als den vorherigen. Wenn aber erkennbar wird, da die Gefahrdroht, sich totzulaufen oder blo noch ein Abklatsch seiner selbst wird, dann mu man ans Aufhren denken. Ich bin aber zuver-sichtlich, da wir aufgrund der Vielfalt der Stadt keine Probleme haben werden, spannende Positionen in Stuttgart weiterhin zei-gen zu knnen.Dieses Jahr nehmen ausgewhlte New Yorker Gestalter am Stuttgarter Designers Saturday teil. Besteht nicht die Gefahr,da die heimische Designszene aufgrund der amerikanischen Qualittsdichte an die Wand gespielt wird?Stuttgart hat ebenso Schwergewichte wie New York zu bieten. Produktdesigner von Daimler, Persnlichkeiten wie KurtWeidemann und andere. Nur leider machen diese nicht mit od