25 Jahre IPS - btg- ?· 25 Jahre Internationales Parlaments-Stipendium (IPS) Das Internationale Parlaments-Stipendium…

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25 Jahre IPSDas Internationale Parlaments-Stipendium des Deutschen Bundestages

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Gruwort von Norbert Lammert (CDU/CSU)Prsident des Deutschen Bundestages

Gruwort von Wolfgang Brnsen (CDU/CSU)Berichterstatter fr Internationale Austausch pro gramme in der Kommission des ltestenrats fr Innere Angelegenheiten des Deutschen Bundestages

Gruwort von Jan-Hendrik OlbertzPrsident der Humboldt-Universitt zu Berlin

25 Jahre Internationales Parlaments-Stipendium (IPS)

Das Internationale Parlaments-Stipendium (IPS)

Parlamentarische Demokratie erleben: ein Streifzug durch 25 Jahre IPS

Eine Europerin mit Botschaften: die ehemalige IPS-Teilnehmerin Kornelija Utevska-Gligorovska

25 Jahre IPS: Diskussionsrunde im Parlamentsfernsehen

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Inhalt

120 Stipendiaten, 28 Nationen, vier Geschichten

Ein Philosoph im Bundestag

Moderatorin und Vermittlerin

Der kurze Weg von der Oper zur Politik

Aus der Ferne auf das eigene Land schauen

Auszge aus dem Plenarprotokoll der 118. Sitzungdes Deutschen Bundestages vom 1. Juli 2011

Plenardebatte vom 1. Juli 2011: 25 Jahre Internationales Parlaments-Stipendium (IPS)Tagesordnungspunkt 34

Antrag 25 Jahre Internationales Parlaments-Stipendium (IPS)Drucksache 17/6350

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Mein herzlicher Dank gilt den Berliner Universitten, mit denen der Deutsche Bundestag bei diesem Programm ver-trauensvoll und erfolgreich zusammen-arbeitet, den politischen Stiftungen und den beteiligten Botschaften sowie nicht zuletzt natrlich auch allen teilnehmen-den Abgeordneten mit ihren Bros. Der Erfolg der letzten 25 Jahre ist An-sporn, auch weiterhin den Blick hinter die Kulissen des deutschen Parlamenta-rismus zu ermglichen womglich auch jungen Menschen aus den Regi-onen der Welt, in denen heute um die Etablierung von Demokratie und Parlamentarismus gerungen wird. Der Deutsche Bundestag hat jedenfalls in selte ner Einstimmigkeit seine Ent-schlossenheit zum Ausdruck gebracht, dieses wunderbare Programm zur Frderung von Demokratie und Parla-mentarismus, von kultureller Vielfalt und Toleranz fortzusetzen.

der berwindung der Teilung Europas vor allem aus den jungen Demokratien Mittel- und Osteuropas, aber auch aus den USA, Frankreich und Israel. Es ist eine einzigartige Mglichkeit, das poli-tische Leben von innen zu erleben, schreibt eine junge Franzsin ber ihr vertieftes Wissen, und eine Lettin er-kennt in den wertvollen Erfahrungen den Grundstein fr das eigene Enga-gement in der Politik ihres Heimat-lands. Der aus Bchern erworbene Reichtum fremder Erfahrung heit Gelehrsam-keit, wusste bereits Lessing, eigene Erfahrung ist Weisheit. Dabei bedeutet die Teilnahme am IPS-Programm wech-selseitige Bereicherung fr die Stipen-diaten und fr die Mitglieder des Bun-destages, die eng zusammenarbeiten und voneinander lernen. Der Austausch ermglicht neue Sichtweisen, auf Deutschland ebenso wie auf das eigene Herkunftsland und die Heimat der an-deren Teilnehmer; es erffnet berufliche Perspektiven, knpft mit neuen Freund-schaften ein internationales Netzwerk und war bereits vielfach Sprungbrett fr die Karriere.

Gruwort von Norbert Lammert (CDU/CSU)Prsident des Deutschen Bundestages

Was vor 25 Jahren als Austausch mit den USA begann, ist heute ein weltweit einzigartiges Ausbildungsprogramm fr junge Menschen: Das Internationale Parlaments-Stipendium (IPS) leistet als unverzichtbarer Baustein der internatio-nalen parlamentarischen Beziehungen des Deutschen Bundestages einen wich-tigen Beitrag zur Vlkerverstndigung. Ich zgere nicht, das IPS-Programm als eine der besten Ideen zu bezeichnen, die der Deutsche Bundestag in den letz-ten Jahrzehnten hatte. Rund 1.750 Sti-pendiatinnen und Stipendiaten aus 28 Nationen nahmen bislang die Gele-genheit wahr, fr fnf Monate die Par-lamentsarbeit und den Lebensalltag in Deutschland unmittelbar und in allen Facetten zu erleben. Sie kommen seit

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Heimatstaaten und Gesellschaften ein-nehmen, gewachsen sind. Viele aktive Alumnivereinigungen in den beteiligten Lndern dokumentieren zustzlich die-sen Erfolg. Nach 25 Jahren fllt es nicht schwer, eine politisch und persnlich mehr als positive Bilanz des IPS zu ziehen. Fr mich ist das IPS aber auch deswegen so bemerkenswert, weil es entlang welt-geschichtlicher Ereignisse seinem An-spruch gerecht wird, Parlamentswerk-statt fr Nachwuchspolitiker zu sein. Aktuell zeigt uns der Umbruch in der arabischen Welt, dass es sich auch heu-te noch lohnt und erforderlich ist, ge-meinsam fr Demokratie und das Selbst-bestimmungsrecht von Menschen ein-zutreten. Was also liegt nach 25 Jahren nher als der von allen Fraktionen ge-tragene Beschluss, der aus der Runde der Berichterstatter kam, knftig auch junge Menschen aus dem arabischen Raum in unsere Werkstatt der Demokra-tie einzuladen?

Einen besonderen Dank mchte ich meinen Abgeordnetenkollegen Bartholomus Kalb, Dagmar Freitag, Otto Fricke, Alexander Ulrich und Viola von Cramon-Taubadel aus der Berichterstattergruppe Internationale Austauschprogramme sowie den Mit-gliedern des Haushaltsausschusses aus-sprechen. Sie alle wirken seit Jahren mit viel Engagement daran mit, dass das IPS zu einem Programm mit Modell-charakter auch fr andere Parlamente geworden ist.

Gruwort von Wolfgang Brnsen (CDU/CSU)Berichterstatter fr Internationale Austausch programme in der Kommission des ltestenrats fr Innere Angelegenheiten des Deutschen Bundestages

Der Deutsche Bundestag ist ein enga-giertes und vitales Parlament, das in vielen Debatten kontrovers und kon-struktiv ber den richtigen politischen Weg streitet. In einer Sache waren und sind sich die Parlamentarier aller Frak-tionen seit 25 Jahren aber immer einig: Das Internationale Parlaments-Stipen-dium ist eine der erfolgreichsten Investi-tionen in Demokratie und Parlamenta-rismus.Auch wir als Abgeordnete profitieren von anderen Perspektiven, Ideen und persnlichen Erfahrungen, die die Sti-pendiaten aus ihren Heimatlndern mitbringen. Es ist daher kein Wunder, dass aus dem Programm persnliche Bindungen und Freundschaften zu ehe-maligen Stipendiaten, von denen nicht wenige heute hchste mter in ihren

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Auch fr uns, die mit dem Deutschen Bundestag kooperierenden Universi-tten, ist der Gewinn gro: Fr eine ex-zellente Universitt ist der internationa-le Austausch in Forschung, Lehre und Studium eine Selbstverstndlichkeit und eine angenehme Notwendigkeit gleichermaen. Internationaler Aus-tausch ist fr eine anspruchsvolle Aus-bildung elementar, da die Begegnung deutscher und internationaler Studie-render whrend ihres Studiums auch das Wissensspektrum der Universitten erweitert. Mit den Internationalen Par-laments-Stipendiaten kommen hoch qualifizierte und interessierte Studie-rende an unsere Universitten, die eige-ne Beitrge in den akademischen Dis-kurs einbringen. Sie bereichern die Leh-re an unseren Hochschulen auch durch ihre Erfahrungen in der Legisla tive, im Deutschen Bundestag.

In den speziellen IPS-Vorlesungen, in denen unsere Universitten jeweils einen Bereich ihrer aktuellen Schwer-punktforschung vorstellen, treten die Stipendiaten in einen besonders inten-siven Austausch mit Lehrenden.Jede Universitt hat ein groes Interesse an internationaler Vernetzung im Inte-resse ihrer Studierenden. Internationale Studierende, die unsere Universitten kennen- und schtzen gelernt haben, die die Vielfalt der Wissenschaftsland-schaft Berlin erleben konnten, nehmen diese Erfahrungen mit auf ihren weite-ren beruflichen Weg. Sie sind wichtige Botschafter des deutschen universitren Kontexts in ihren Heimatlndern und stellen ein hohes Potenzial von Men-toren, Multiplikatoren und Kontaktver-mittlern dar. Dies kommt auch den Stu-dierenden unserer Universitten zugute.Wir danken dem Deutschen Bundestag fr die vertrauensvolle Zusammenarbeit in diesem inspirierten Programm und freuen uns auf weitere Generationen internationaler Stipendiaten.

Gruwort von Jan-Hendrik OlbertzPrsident der Humboldt-Universitt zu Berlin

Das Internationale Parlaments-Stipen-dium ist eine einzigartige Kooperation: Seit dem Umzug des Parlaments nach Berlin im Jahr 1999 veranstaltet der Deutsche Bundestag in Zusammenarbeit mit der Freien Universitt, der Hum-boldt-Universitt und der Technischen Universitt sein internationales Stipen-dienprogramm.Den 120 Stipendiatinnen und Stipen-diaten, die in jedem Jahr nach Berlin kommen, wird durch die Kooperation mit den Universitten ein besonderes Spektrum an Mglichkeiten erffnet: Einerseits werden sie in die Arbeit der Bros eines Mitglieds des Deutschen Bundestages einbezogen und erhalten so intensiven Einblick in die Arbeit des deutschen Parlaments; andererseits knnen sie durch das wissenschaftliche Lehrangebot der Universitten diese Erfahrungen vertiefen, neue Aspekte des politischen und gesellschaftlichen Lebens in Deutschland beleuchten und auch die Mglichkeiten der Universi-tten nutzen, um ihr eigenes Fachwis-sen in die Arbeit der Parlamentsbros einzubringen.

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25 Jahre Internationales Parlaments-Stipendium (IPS)

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Das IPS-Programm ist anspruchsvoll und bereitet die Stipendiatinnen und Stipendiaten auf eine verantwortungs-volle Position in Politik und Wissen-schaft, in Wirtschaft und Medien oder in der Verwaltung ihres Heimatlands vor. Fnf Monate arbeiten die Teilneh-mer des Programms bei einem Abgeord-neten des Bundestages und lernen die vielfltigen Aufgaben eines Abgeordne-tenbros kennen. Sie entwerfen Kurz-gutachten, Pressemitteilungen, Reden, Artikel oder Briefe, bereiten Sitzungen vor und erledigen Sekretariatsaufgaben. Auerdem begleiten die Stipendiatin-nen und Stipendiaten ihre Abgeo